Lizenz zum Krankmachen
Handy und Mobilfunk
Wer kennt sie nicht, die handlichen Kleintelefone, dank derer JedeR
immer und überall mobil erreichbar sein kann. Mehr als 200
Millionen Menschen besitzen schon eines dieser kleinen Wunderdinger,
allein in Deutschland telefonieren 17 Millionen mobil und das
ist laut Statistik erst der Anfang.
Weniger beachtet wird dagegen das Anliegen der BürgerInnenintiative Mobilfunk
Nürnberg, die wir hier zu Wort kommen lassen:
Die großen Telekommunikationsgesellschaften überziehen das Land mit einer ebenso
lautlosen wie gefährlichen Technologie, die immer mehr Menschen um Schlaf und
Gesundheit bringt. Dabei ist der Feind nicht nur unsichtbar, sondern auch
unhörbar, kaum gibt es noch Orte, an denen man nicht Tag und Nacht von gepulster
Hochfrequenz beschossen wird, denn selbst im hintersten Dorf muss man erreichbar
sein. Bald hat jeder Ort seinen eigenen Sender, täglich werden es mehr, die
Mobilfunkindustrie plant diese Mobilfunksender alle 200 Meter, denn ohne
Funkturm funktioniert kein Handy. Dabei mehren sich jedoch Stimmen wie diese:
"Niederfrequent gepulste Hochfrequenzstrahlung greift tief in biologische
Prozesse ein. Sie schädigt das Immunsystem." (Prof. Ross Adey,
Loma-Linda-University, California)
Leider erkennen viele Menschen noch gar nicht, dass sie die Freiheit der
ständigen Erreichbarkeit mit der Gefährdung ihrer eigenen Gesundheit und der
ihrer Mitmenschen bezahlen, denn die Handy-Manie betrifft nicht nur jene, die
ihr verfallen sind, sondern auch Menschen um sie herum. "Wenn jemand mit dem
Handy telefoniert, gehe ich mindestens 5 Meter weg." so Prof. Dr. Semm, der
jahrelang im Auftrag der Telekom geforscht hatte.
Thermische Effekte
Wenn elektromagnetische Wellen die Zellen erhitzen, spricht man vom so genannten
"thermischen" Effekt. Diese Art von Effekt brauchen wir, um unser Essen zu
wärmen oder aber, um miteinander zu kommunizieren. "Früher haben wir mit dieser
Mikrowellenbestrahlung Geburtenkontrolle (lies Sterilisation) gemacht. Heute
telefonieren wir damit. Sehr schön." (Frau Prof. Dr. Huang Chiang, China, auf
der internationalen Mobilfunkkonferenz Anfang Juni 2000 in Salzburg) Denn auch
Handys strahlen Mikrowellen aus. Selbst wenn die Funktion von Mikrowellenofen
und Handy nicht ganz identisch ist, so basieren sie doch auf der gleichen
Technik und verwenden die gleichen elektromagnetischen Wellen.
Damit keine Überhitzung eintritt, wurden die internationalen Grenzwerte
aufgestellt. Das heißt konkret: Als gesundheitlich unbedenklich gilt also, wenn
sich die lokale Körpertemperatur während einer Bestrahlung von mindestens 6
Minuten nicht über 0,5 Grad Celsius erhöht. Durch diese besonders beim
Telefonieren vorkommenden Effekte entstehen nachgewiesenermaßen: Augen- und
Kopftumore, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Gedächtnisschwäche,
Fruchtbarkeitsstörungen, mögliche Erbgutschädigungen, Öffnung der
Blut-Hirnschranke etc.
Athermische Wirkungen
Auch wenn es die Mobilfunkindustrie in ihrer zur Zeit großangelegten
"Aufklärungskampagne" (IZMF) als nicht bewiesen hinstellt, so sind sie doch
Fakt: Die sogenannten nichtthermischen Wirkungen der Mikrowelle sind tückischer,
denn sie treten schon bei sehr geringen Leistungsflussdichten auf. Diese Effekte
verursachen Herzrhythmusstörungen, Arm- und Beinkribbeln, rasche Ermüdbarkeit,
nächtliche Schlafstörungen, Schwindel, extreme Nervosität. Auch kann es zu
generellen Störungen des vegetativen Nervensystems und der Gehirnnervenfunktion
kommen. Durch die Stimulation der Nervenzellen kommt es zu Abweichungen der
Erregbarkeit, Abweichungen der Biopotentiale und zur Änderung der
Weiterleitungsgeschwindigkeit von Anregungen. Schon relativ kleine hochfrequente
Leistungsflussdichten können zu Koordinationsstörungen führen, wie sie sonst nur
durch Alkoholaufnahme entstehen.
Der Medizinphysiker der Universität Lübeck Dr. Lebrecht von Klitzing beschreibt
diese gesundheitlichen Probleme schon bei einer Leistungsflussdichte von 1
nW/cm² .Zum Vergleich: Die derzeit gültigen Grenzwerte für
Mobilfunk-Sendeanlagen liegen bei 470000 nW/cm² (0,9 GHz-Frequenz)
beziehungsweise sogar bei 950000 nW/cm².
Sendemasten: Bestrahlung non-stop
Handys schaden vor allem ihrer/m BenutzerIn, schnurlose DECT-Telefone (siehe
Anm.) kann man abschalten. Deshalb hält sich ihre Schädlichkeit mehr oder
weniger in "Grenzen".
Viel gefährlicher indes sind die Mobilfunk-Sendeanlagen. Sie schießen zur Zeit
wie Pilze aus dem Boden und bestrahlen ununterbrochen und gleichermaßen alle.
Dabei wird die Bevölkerung durch die Grenzwerte in keinster Weise vor den
nichtthermischen Effekten geschützt.
Alltägliche Beobachtungen und die Forschung liefern auch hier immer mehr
Hinweise, dass diese niederfrequent gepulste Hochfrequenz, die sogar durch
Mauern geht, mitverantwortlich für folgende gesundheitliche Störungen ist:
Schlafstörungen, Depressionen, Ohrensausen, plötzlicher Herztod, Migräne,
Blutbildveränderungen, Antriebslosigkeit, Allergien, Schwindel, Verstärkung der
Amalgambelastung etc.
Dennoch will die Mobilfunklobby den Ausbau der Handynetze mit allen Mitteln
vorantreiben, auch Bundeskanzler Gerhard Schröder sprach sich gegen eine Senkung
der Grenzwerte aus.
Geplant ist überdies die Umstellung des gesamten Festnetzes auf Funk, die
herkömmlichen Kupferleitungen von der Ortszentrale sollen durch drahtlose
Funkverbindungen ersetzt werden. An jedem Haus ist ein Sender geplant. Die
Industrie zahlte 100 Milliarden DM für die UMTS-Lizenzen, nun werden die schon
bestehenden Sendeanlagen "nachverdichtet", was eine zusätzliche Belastung
bedeutet.
Überwachung durch Mobilfunk
Auch das ist bei dieser Thematik zu bedenken: Mit dem Mobilfunk ist eine totale
Überwachung möglich. So kann ein Handy beispielsweise überall auf einige Meter
genau geortet werden, doch das ist das kleinere Problem. Denn wussten Sie, dass
jedes Handy ferngesteuert eingeschaltet werden dann, ohne dass Sie es merken?
Handlungs- und Informationsbedarf
Immer mehr Bürgerinnen und Bürger schließen sich zu Bürgerinitiativen zusammen,
allein in Deutschland gibt es derzeit 5000 gegen Mobilfunk und täglich werden es
mehr.
Weitere Informationen: www.buergerwelle.de;
www.esmog-augsburg.de;
www.ecolog-institut.de;
www.funkenflug1998.de;
www.strahlentelex.de;
www.mensch-mobilfunk.de;
www.feb.se; www.energy-flow.de;
www.notiz.ch/wissenschaft-unzensiert;
www.bund.net
Wertvolle Kontaktadresse: esmog augsburg Postfach 431173; 86071 Augsburg; Tel.
0821/2621681 sowie die Bürgerwelle: Tel. 09631/795736 Fax: 795734
Christiane Müller/ Bürgerinitiative Mobilfunk Nürnberg
Anmerkung: Die Basisstation jedes DECT-Schnurlostelefons ist ein
Mobilfunksender, der rund um die Uhr Strahlung aussendet, gleichgültig ob
telefoniert wird oder nicht. Dessen Strahlen gehen durch Wände. Man erkennt das
DECT-Schnurlostelefon an der (in der Betriebsanleitung unter "Technische Daten"
angegebenen) Trägerfrequenz von 1880-1900 Megahertz. Dieser Hochfrequenz ist
eine niederfrequente Pulsung von 100 Hertz aufgeprägt. Die DECT-Basisstation
sendet also ohne Unterbrechung in der Sekunde gleichsam 100 "Blitze" aus, von
denen jeder einzelne aus mehr als einer Milliarde Schwingungen der
Trägerfrequenz besteht.
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