Käfige gehen, Glaskokillen kommen
Aktionen gegen den Castortransport nach Gorleben
"Käfige oder Zellen?", fragt Thomas Plate, Kreisvorsitzender
der Polizeigewerkschaft aus Müggenburg in einem Leserbrief
an die Elbe-Jeetzel-Zeitung (Lüchow) und bricht eine Lanze
für Käfige: "Wenn man einmal akzeptiert, dass
es nicht nur Zellen mit Kalksandstein- oder Beton-, sondern
auch mit Drahtgeflechtwänden gibt, die sogar während
der Weltausstellung Expo eingesetzt wurden, so verliert sich
der Verdacht einer geplanten, menschenunwürdigen Unterbringung."
CastorgegnerInnen - nur für sie wurden die Käfige
nach Gorleben geliefert - werden sich nun doch nicht umgewöhnen
müssen. Die "mobilen Gewahrsamzellen" wurden
wieder abgebaut und nach Hannover zurückgebracht. Damit
will die Polizei "ein Zeichen setzen" und vor dem
Castor-Transport nach Gorleben "die Situation entkrampfen".
Man habe Alternativen gefunden und als letzte Reserve böten
sich auch Wohncontainer an.
Die Anti-AKW-Initiativen aus dem Wendland laden alle ein, das
Unterkunftsangebot rund um Gorleben selbst zu beurteilen: Am
27. März soll nach mehrjähriger Pause wieder der Castor
nach Gorleben rollen.
Zum ungestörten Betrieb der Reaktoren in der BRD gehören
in den nächsten Jahren Atommülltransporte in die WAAs
in La Hague und in Sellafield. Parallel dazu werden Zwischenendlager
an den AKW-Standorten errichtet, um ab etwa 2005 die WAA-Transporte
überflüssig zu machen. Zumindest von Seiten der französischen
Regierung gibt es dafür aber ein Junktim: Wenn nicht "Glaskokillen"
aus La Hague nach Gorleben verbracht werden, darf kein neuer
hochradioaktiver Müll aus BRD-AKWs in die Normandie.
"Die Grinsgesichter der Bundesregierung stellen sich unter
dem Atomausstieg im Konsens den gesicherten und modernisierten
Weiterbetrieb der Atomanlagen bis etwa ins Jahr 2026 vor."
Das ist nicht gut. Deshalb ließen die Anti-AKW-Initiativen
den Jürgen am runden Tisch alleine sitzen und rufen auf
zu Aktionen gegen Castor und Co. Dazu gibt es bisher folgenden
Zeitplan:
17.3. "Bahnhofsmission" - dezentrale Aktionen in Städten
und Regionen bei Bahnhöfen und woanders
X-Minus-Phase:
24. März ab 11 oder 12 Uhr: Sterndemos und große gemeinsame
Auftaktkundgebung in Lüneburg, danach koordiniert weiter
in die Camps entlang der Castorstrecke
25. März: Stunkparade der bäuerlichen Notgemeinschaft,
geplant von Gorleben nach Hitzacker;
Stunk der Schienencamps ohne Parade Richtung Hitzacker
26. März: Tag der Bahnübergänge - Besichtigung
und Querung der Bahn-Über- und Unterführungen zwischen
Lüneburg und Dannenberg sowie allgemein buntes Treiben
auf der Transportroute.
TAG X. 27. und 28. März: Zwischen Lüneburg und Gorleben
liegen über 50 km Schienentransportstrecke und knapp 20
km Straßenroute - davor liegt ein weites Feld.
Infos: Büro der BI Lüchow-Dannenberg, Drawehner
Str. 3, 29394 Lüchow
Info-Hotline (Ständig aktuelle dreiminütige Ansage)
0 58 41 - 70 92 82
Tel. 0 58 41 - 46 84, www.castor.de
w.m.
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