EDITORIAL
RZ: Dekonstruktion von Kultur? Ja gerne. Aber könnten
wir nicht beim Editorial beginnen?
ZR: Zu bedenken wäre aber, dass das Editorial konstruktivierende
Aufgaben des Identitären übernimmt. Deshalb müsste
einer Dekonstruktion die Konstruktion des Subjektes unter Berücksichtigung
des Warenwertes vorhergehen. Kultur und Politik können
demnach nur als Einheit der Zweiheit gedacht werden.
RZ: Ein durch Layoutbestimmungen exiliertes, somit dem identitären
Kontext entrissenes fragliches Subjekt hat doch einfach eine
relativ geringe Prägnanz. Obwohl natürlich Rationalität
fehl am Platze ist, aber mit dem Warenwert gebe ich Dir in diesem
Zusammenhang Recht.
ZR: Der ewige Bezug der Linken auf die Rationalität führt
doch nur dazu, dass Langeweile vom Individuum Besitz ergreift.
Dem sollten wir endlich neue Politikkonzepte entgegensetzen,
die vermittelbar sind und die Fragmentierung des/der Autonomen
hin zur identitätren Kultur aufhebt.
RZ: Protect from freezing das steht ja auch traditionell bei
Cantina di Montalcino zu lesen. Und damit haben sie verdammt
recht.
ZR: Bleibt der Einwand, den der Kommunist Iwan in Testcard#10
formuliert, dass ein Kümmel niemals die Gitterkäfige
verhindern wird, auch wenn die herrschende Klasse dies seit
Buback forciert hat.
RZ: Und vom Schneehasenjagen wird die Welt auch nicht grüner
und die Innenstädte nicht sauberer! Was ja eigentlich zu
begrüßen ist.
ZR: Das ist doch typisch linke Arroganz! Wenn das Sicherheitsbedürfniss
der BürgerInnen uniform geht mit den Lippenbekenntnissen
alter Golfkriegs-Veteranen, muss die Linke, ihr Verhältnis
zu Rio Reiser und anderen Ikonen des Antiquitätengewerbes
neu überdenken. Vielleicht reicht es aber auch wenn sie
drüber schläft oder es unter ihr Kopfkissen legt.
RZ:TerroristInnensympatisantInnengesetzesverschärfungsgegenaktivitäten
in Barcelona sind ein Anfang, Zeittotschläger und Horoskope
erscheinen bedingter geeignet.
ZR: Reicht das jetzt? In einer in diesem Heft werbenden Kneipe
ist nämlich heute Caipirinha-Tag, Rülps.
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