Dieser Sommer ist vorbei
Gegen Rassismus und Rechtsextremismus in Fürth
Vom 25. April bis zum 1. Mai fand in Fürth die 2. Woche
gegen Rassismus und Rechtsextremismus statt. Mit Vorträgen,
einem Seminartag, Konzerten und einem Straßenfest sollte
"Antifaschistische Bildungsarbeit" mit Kultur verknüpft
werden, um einen erneuten Nazi-Aufmarsch zu verhindern.
Gegründet hatte sich das "Fürther Bündnis
gegen Rechts" anlässlich des Protestes gegen einen
Nazi-Aufmarsch in Fürth am 1. Mai 2000; es besteht aus
Gewerkschaften, Parteien, Einzelpersonen und Autonomen Gruppen.
Während die Veranstaltungen der 1. Fürther Woche gegen
Rechts im November noch in überfüllten Räumen
stattfanden, mussten die VeranstalterInnen diesmal feststellen,
dass die "Antifa Sommerlochdebatte" auch in Fürth
nicht über den Winter kam. Vor allem Menschen aus dem "bürgerlichen
Spektrum" glänzten größtenteils durch Abwesenheit.
Und das obwohl es dem Bündnis gelungen war, hochkarätige
ReferentInnen nach Fürth zu holen - Siegfried Jäger
(DISS), Heike Kleffner (freie Journalistin), Andreas Buderus
(Autor).
Autonome AntifaschistInnen kritisieren mittlerweile am Fürther
Bündnis, dass es zu "lokalpatriotisch" ausgelegt
sei. In Fürth wurde der 1. Mai mit einem großen Straßenfest
unter dem Motto "In Fürth keine Straße, keinen
Platz für Neo-Nazis" begangen. Die Aufmärsche
von Nazis in mehreren anderen bundesdeutschen Städten schienen
wenig zu stören. Wäre es da nicht sinnvoller gewesen,
Geld auszugeben, um die BürgerInnen und AntifaschistInnen
dorthin zu bringen, wo die Nazis tatsächlich marschieren?
So geschehen vor ein paar Jahren in Leipzig durch die PDS. Andererseits
ist es natürlich zu begrüßen in Fürth ein
Klima zu schaffen, in dem für Nazis kein offensives Auftreten
möglich ist.
Terror von rechts und ganz rechts
Es kam auch zu Provokationen durch Nazis. Während einer
Veranstaltung wurden einem Antifaschisten die Autoreifen zerstochen.
Am Gewerkschaftsgebäude wurden Aufkleber der "NPD"
angebracht, die Plakate zur "Fürther Woche" an
der Georg-Simon-Ohm Fachhochschule wurden mit Flugblätter
der rechtsextremen "Deutschland Bewegung" beklebt.
Während des Tagesseminars hielt die NPD am Fürther
Hauptmarkt einen Infostand ab. Auch die Polizei und die Stadt
Fürth versuchten alles, zu einem guten Misslingen der Veranstaltungswoche
beizutragen. Ein Rock gegen Rechts u. a. mit der Band "Projekt
Schwarz Rot" wurde verboten. Angeblich hätte keine
Anmeldung für das Konzert bei der Stadt vorgelegen. Dies
erscheint absurd, da das Konzert in Zusammenarbeit mit dem Stadtjugendamt
organisiert wurde. Bei einem zweiten Rock gegen Rechts in Cadolzburg
standen mehrere Busse mit USK-BeamtInnen an allen Ortseinfahrten.
Uniformierte und Zivile BeamtInnen provozierten mehrfach durch
ihre Besuche des Veranstaltungsraumes.
BürgerInnen gegen Rechts Fürth
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