No Nazis's friends
Seit November vergangenen Jahres betreiben Nazis einen
Tätowierladen in Fürth

Der Aufstand der Anständigen - Fürth 1. Mai
2000
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"Befreite Zonen" ist die Nazi-Forderung nach der
Etablierung von Freiräumen, in denen die Rechtsextremen
Macht- und Kontrollfunktionen inne haben. Es wird eine kulturelle
Hegemonie angestrebt, der Alltag der Gegend soll geprägt
und nicht zuletzt Einfluss auf die Sozialisation von Jugendlichen
erzielt werden. Ziel ist die Vernetzung vorhandener Strukturen
(Läden, Druckereien usw.) und die Erschließung neuer
wirtschaftlicher Standbeine.
In der Fürther Südstadt existierte bis Ende Mai
2000 der Nazi-Laden "Utgard". Dieser von außen
eher wie ein Bekleidungsgeschäft für Skinheads wirkende
Laden entwickelte sich nach und nach zu einem überregionalen
Anlaufpunkt für Nazis. Neben Kleidung wurde darin auch
eindeutig rechtsextremes Propagandamaterial verkauft. Zahlreiche
Aktionen von AntifaschistInnen führten jedoch zur Schließung
des Ladens.
Einer der Inhaber des Ladens "Utgard" war Ronald Haser
aus Fürth. Haser ist ein bekannter Neonazi und Mitglied
der Rechtsrockband "Nordwind" aus Fürth. Haser
vertreibt des weiteren rechtes Outfit und Equipment über
das in Fürth ansässige Label "Nordwind Records"
.Neuer Treffpunkt - Happy Ink
Seit November 2000 entwickelt sich ein neuer Laden zum Treffpunkt
der Nazis in Fürth: Der unscheinbar wirkende Tattoo-Laden
"Happy Ink" in der Maxstraße. Dieser wird erneut
von Ronald Haser, ehemals "Utgard", geführt.
Als Mitbetreiber tritt ein Wolfgang F. aus Nürnberg auf,
ein ebenfalls bekannter Nazi-Skinhead. Der Laden wird zunehmend
von Nazi-Skinheads besucht wird, im Umfeld tauchen zunehmend
Aufkleber rechtsextremer Gruppierungen auf. AntifaschistInnen
berichten, dass ebenfalls wieder rechtsextremes Propagandamaterial
verkauft wird. Dies geschieht jedoch nicht mehr so offen wie
dies im "Utgard" geschah.
In Fürth haben sich Menschen zu einer "BürgerInneninitiative
für ein Tolerantes Miteinander" zusammengeschlossen.
Ziel dieser BI ist es "die schnelle Schließung des
Ladens Happy Ink' zu erreichen". In einer ersten
Aktion wurden Flugblätter an AnwohnerInnen aus der Nachbarschaft
verteilt, um sie auf die Hintergründe des Ladens aufmerksam
zu machen. Aufgerufen wurde dazu, aktiv gegen den Laden zu werden,
damit sich nicht "erneut ein Nazi-Laden in Fürth etablieren
kann". Nach ihrer Vorgehensweise befragt, sagte ein Mitglied
der BI gegenüber der raumzeit: "Wir werden keine Ruhe
geben, bis auch dieser Laden schließen muss".
M.B.
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