Lufthansa goes offline!
Online - Demonstration gegen das Geschäft mit Abschiebungen
Über 40.000 Menschen, Flüchtlinge wie MigrantInnen,
werden jährlich aus Deutschland abgeschoben. Ein Großteil
der Abschiebungen wird per Flugzeug abgewickelt: über 32.000
Menschen, die jährlich, oft genug gefesselt, geknebelt
und betäubt, außer Landes geschafft werden. Am 28.Mai
1999 erstickte so der Sudanese Amir Ageeb bei seiner Abschiebung
in einer Lufthansamaschine unter den Misshandlungen deutscher
Grenzpolizisten.
Die deutsche Lufthansa steht wegen ihrer Abschiebepraxis in
der öffentlichen Kritik. Sie verkauft schließlich
den Löwenanteil der Abschiebetickets. Der Tod von Amir
Ageeb war der Beginn der Kampagne gegen das Geschäft mit
Abschiebungen: stop ''deportation-class''!
Wir sagen: Lufthansa goes offline!
Die ökonomische Zukunftsvision der Lufthansa liegt im
e-commerce: über das internet soll der Markt der Zukunft
erobert werden. Derzeit laufen über den Internetsektor
der Lufthansa nur etwa 10% der Buchungen. Das soll sich allerdings
ändern: laut Plan sollen im Jahr 2005 bereits 40% der Umsätze
über das internet erwirtschaftet werden. Im internet sieht
Lufthansa wie auch viele andere Konzerne den strategischen Zukunftssektor.
Wenn Konzerne, die mit Abschiebungen Geld verdienen, ihre größten
Filialen im internet aufbauen, warum sollen wir dann unseren
Protest nicht auch dort zur Geltung bringen? Das internet ist
in den letzten Jahren zu einem ökonomisch, politisch und
gesellschaftlich wichtigen Sektor geworden.
Politische Aktionen im internet haben in den letzten Jahren
international, vor allem in den USA, zugenommen. Über Aktionen
im Netz kann öffentliche Aufmerksamkeit und Druck entfaltet
werden. Auch für eine internationale Vernetzung und gemeinsames
Handeln bieten sich viele Möglichkeiten, die wir entwickeln
wollen. Heute Lufthansa, morgen Air France, übermorgen
Sabena ...!
Online - Demonstration gegen das Geschäft mit Abschiebungen
Wir rufen dazu auf, am Tag X im Frühsommer 2001 den Zugang
zur website der Lufthansa, über die Buchungen getätigt
werden können, massenhaft und gleichzeitig zu versperren.
Wie das geht? Ähnlich wie bei einer Sitzblockade, jedoch
im Netz: wenn viele Menschen gleichzeitig die Lufthansa-website
aufrufen, kann der Zugang zu dieser öffentlich dargebotenen
Werbe- und Buchungsseite für gewisse Zeit durch Überlastung
blockiert werden. So einfach soll das gehen? Natürlich
mit Einschränkung: Der Konzern verfügt über enorme
Rechnerkapazitäten für seine Internetpräsenz,
kann also eine große Menge Anfragen gleichzeitig verarbeiten.
Wir werden daher eine benutzerfreundliche Protestsoftware zur
Verfügung stellen, mit der eine automatisierte Anfrage
der website ermöglicht wird und der Lufthansarechner beschäftigt
ist. Unser Ziel ist dabei, durch eine massive und internationale
Beteiligung an der Aktion eine breite Kritik an den Geschäften
der Lufthansa mit Abschiebungen deutlich zu machen. Die tatsächliche
(auch kurzfristige) Blockade der website würde zudem das
Image der Lufthansa durchaus ankratzen.
Nachtrag: Die Online-Demo findet am 20. Juni statt
Kontakt: online-demo@gmx.net,
oder 0177 5029083
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