Wenn Würde ein Wert würde...
Internationaler IPPNW-Kongress "Medizin und Gewissen"
in Erlangen
Medizin. Gewissen. Würde. Das sind die drei prägenden
Begriffe für den IPPNW-Kongress, der von 24. bis 27. Mai
in Erlangen stattfindet. In der IPPNW setzen sich ÄrztInnen
u.a. für eine Welt ohne atomare Bedrohung und Kriege ein.
1985 bekam der IPPNW den Friedensnobelpreis für sein konsequentes
Eintreten bei der Abschaffung aller Atomwaffen und dem Abbau
von Feindbildern in Ost und West verliehen.
Der Kongress in Erlangen steht in der Tradition des Nürnberger
Kongresses "Medizin und Gewissen 50 Jahre nach dem Nürnberger
Ärzteprozess", der 1996 stattfand und bei über
1500 TeilnehmerInnen und mehr als 150 ReferentInnen ein positives
Echo fand. Der 2. Kongress findet nun in Erlangen statt, dem
Ort der ersten Äthernarkose, der Geburt des ersten deutschen
Retortebabys, des sogenannten "Erlanger Babys"...
Der Kongress soll ein Forum für einen nachdenklichen Diskurs
über die Gesundheit als Menschenrecht, Medizin in Forschung
und Praxis und über Pflege und Betreuung sein.
Die Umstrukturierung des Gesundheitswesens, die schleichende
Veränderung des Krankheitsbegriffs und die neuen Technologien
der Biomedizin werden den Stoff für diese Tagung bieten.
Einen Teil der Diskussion wird auch die aktuelle Diskussion
um "Sterbehilfe" einnehmen. "Euthanasie Über
eine schöne alte neue Welt" und "Raum zum Sterben
Modelle für Sterbebegleitung in Krankenhäusern"
sind die Titel der zu diesem Thema angebotenen Foren.
Während der drei Kongresstage werden insgesamt mehr als
60 Veranstaltungen stattfinden und über 140 ReferentInnen
aus dem In- und Ausland sprechen. Unter den ReferentInnen sind
u. a. Andrea Fischer, die ehemalige Bundesgesundheitsministerin,
Prof. Dr. Jutta Limbach, Präsidentin des Bundesverfassungsgerichtes
in Karlsruhe und Prof. Dr. Klaus Dörner, Psychiater und
Historiker aus Hamburg. Die Themenschwerpunkte sind in drei
Teile, "Menschenrechte", "Gesundheitspolitik"
und "Technologiefolgen" unterteilt.
Thematisiert werden u.a. "Ärzte und die Abschiebung"
oder "Medizinische Hilfe für Flüchtlinge und
Illegale", aber auch die Folgen des Angriffskrieges auf
Jugoslawien.
Weitere Schwerpunkte werden Pränataldiagnostik, Reprokult,
Humangenetik und die Gentechnologie sein
Neben diesen Veranstaltungen wird es noch ein großes Rahmenprogramm
geben. Erwähnt sei hier die Ausstellung "Gewissenlos
Menschenversuche in Konzentrationslagern", die bereits
ab 23. Mai im Erlanger Stadtmuseum zu sehen sein wird. Diese
will anhand einiger Beispiel den komplexen Rahmenbedingungen
und Voraussetzungen nachgehen, die letztendlich zu einer "Medizin
ohne Menschlichkeit" führen konnten. Am 25. Mai werden
Esther und Edna Bejarano im Markgrafentheater jiddische Lieder
darbieten "Lider fors Leben" ist der Abend überschrieben.
Mehr zum Kongress und den Veranstaltungen auf Seite 16.
Infos zum Kongress: Kongress-Büro Erlangen, Fichtestr.
39, 91094 Erlangen,
Telefon 09131-816830
MiB
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