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Subaudio - Atrecordings - Motion - Insound - Supersphere -
Epitonic
Musik im World-Wide-Web
Vielleicht erinnert sich von euch noch jemand an das Subaudio-Internet-Musikmagazin
um Schreiber Holger in´t Veld, das etwa vor fünf Jahren
an den Start ging und leider ´98 nach Release des klasse
www.subaudio.net - Samplers vom Netz gehen musste - es war seiner
Zeit voraus.
Subaudio war mit der erste deutschsprachige, benutzerInnenfreundliche
Netz-Service für alle Aspekte der neuen & guten Musik
verschiedener Genres. Die UserInnen hatten Zugang zu Musikvideos
und Livemitschnitten, DJ-Mixen und Reviews zahlreicher Neuerscheinungen,
die über die Grenzen der in den einschlägigen Magazinen
wie Intro, Spex & Visions hinausgingen und vor Ort gehört
werden konnten. Es gab Realvideo-Interviews und Veranstaltungshinweise
im deutschen Raum, eine Suchmaschine, sowie einen angegliederten
Video- und Plattenladen.
Gerade für nicht mainstream-orientierte MusikliebhaberInnen,
die auch gelegentlich Radio Z und Zündfunk einschalten,
war Subaudio die ideale Web-Site, aber damit Geld zu verdienen,
ist sicher nicht einfach, was in den letzten drei Jahren zahlreiche
dot-coms, denen nur ein kurzes Leben beschieden war, bewiesen
haben - was ist geblieben?
Nachzulesen unter www.surver.net/subaudio
.
Atrecordings
Einen sicheren Platz nimmt www.atrecordings.com ein, mit Sitz
in Brüssel sowie Berliner und Londoner Außenbüro
repräsentiert es - englischsprachig - eher den europäischen
Indie-Markt, was nicht als Genre missverstanden werden soll,
denn auch hier werden Platten von Gitarre, Avantgarde, Elektronik,
Hip-Hop, Jazz, Weltmusik und mehr feilgeboten und das Label-Spektrum
erweitert sich stetig, gerade erst kamen Heimelektro Ulm, Bip-Hop,
Multicolor (Senor Coconut), Worm Interface und Salo hinzu, neben
den alteingesessenen wie kitty-yo, Ninja Tune, oder Subrosa
und Sprawl Imprint, um nur einige zu nennen.
Dennoch, oder gerade deswegen wird es gerade von USA-Musikfans
stark genutzt.
Alle angebotenen Platten lassen sich anhören, es gibt einige
frei-downloadbare MP3-Files - hier wären die des Kölner
Tomlab-Outlets, speziell "Jürgen de Blonde" zu
empfehlen - und wir können uns Realvideo-Features mit Gudrun
Gut über ihr Monika-Label, zum 10jährigen Jubiläum
von Ninja-Tune, oder mit dem kitty-yo Artist "Gonzales"
ansehen. Vergleichbar wäre es vielleicht mit einem Netz-Äquivalent
des Hausmusik-Mailoreders/Vertriebs.
Alle Veröffentlichungen lassen sich als original CD bestellen,
oder die NutzerInnen können sich selbst eine CD im Audio-,
oder MP3-Format zusammenstellen. Releases von Major-Firmen finden
sich hier allerdings nicht, und wir können den MacherInnen
eine wirkliche Liebe zur Musik bescheinigen, die sie uns mit
sehr viel Sorgfalt präsentieren. Und für die Zukunft
wird es Kooperationen mit dem englischen The Wire- (www.thewire.com)
und dem US-amerikanischen XLR8R-Magazin (www.xlr8r.com)
geben; eine Vernetzung hat bereits stattgefunden.
Etwas mehr im Bereich der Avantgarde, jedoch very open-minded
und vielleicht vergleichbar mit dem The Wire-Print Magazin ist
die englische Motion-Site (http://motion.state51.co.uk)
mit Reviews, Konzertberichten, Veranstaltungshinweisen und Features
auch von UserInnen. Die Veröffentlichungen, die besprochen
werden - hier wird weniger auf Top-Aktualität und Vollständigkeit,
sondern auch wiederum eher auf einen gemeinsamen Nenner, ja,
sagen wir mal der guten Musik, Wert gelegt - lassen sich anhören,
es wird zu Label und Artist gelinkt, der/die LeserIn ist zu
eigenen Kommentaren aufgerufen und mensch bekommt Empfehlungen
von Platten, die auch gefallen könnten. Kaufen kann mensch
die Releases hier jedoch nicht.
Sehr dienlich auch die regelmäßigen e-mail-Newsletter
mit Ankündigung der Besprechungen.
insound
www.insound.com dürfte
eher etwas für aufgeschlossene Indie-LiebhaberInnen mit
Interesse für Neues sein, die auch auf Major-Release wie
"Radiohead" nicht verzichten möchten und deren
Fokus mehr auf den US-amerikanischen - Sitz ist New York - und
britischen Gitarrensound gerichtet ist, was aber auch hier nie
dogmatisch gesehen wird. Von obigen Megasellern über "Catpower",
"Sigur Rós" und "Mogwai", findet sich
auch der wirkliche Underground wie "Migala", "Joan
of Arc" oder "Cex", viele MP3´s zum downloaden
und austesten, realvideo-Konzertmitschnitte und -Interviews,
Label- und Band-Portrais, Radio, (Artist)-Chat, Forum, Fotogalerie
und was sonst noch so einen Musikfreak glücklich macht.
BenutzerInnenfreundlich, ohne nervende Werbe-Banner-Popups kann
mensch sich da einen ganzen (Regen)-Tag vergnügen. So könnt
ihr zum Beispiel einiges über das tolle spanische Acuarela-Label
(www.acuareladiscos.com)
lesen, mit Migala chatten und nebenbei tolle Platten anhören
oder weirde Fanzines entdecken und ein Interview mit Thurston
Moore ("Sonic Youth") über dessen neues Buch
lesen. Auch Insound informiert Euch über ihren e-mail-Newsletter
über alle aktuellen Neuigkeiten und Highlights, und ihr
könnt dort die Platten auch kaufen, diesbezüglich
hab ich jedoch noch keine Erfahrungen gesammelt.
supersphere
Eine ähnlich strukturierte Website ist www.supersphere.com
mit Standort Chicago, sofern ich mich nicht täusche und
etwas mehr dem (american)-underground verpflichtet. Dort könnt
ihr dann den Realvideo-Mitschnitt des letzten "Bobby Conn"-Konzerts
ansehen, über das Boston Underground Filmfestival lesen,
diverse Radiostationen anhören und wirklich abgefahrene
neue Bands entdecken.
epitonic
Begeben wir uns von New York über Chicago nach San Francisco,
so kommen wir zur sehr umfangreichen Musikseite www.epitonic.com,
die uns auf der Homepage bereits mit den Platten von "Lali
Puna", von denen "Radiohead" so schwärmen
und die beim Berliner Morr-Musik Label erschienen sind, oder
"Tristeza", neben Hip-Hop von "Ty", oder
den aufstrebenden "Bran Van 3000" und "Ladytron"
beglücken. Es gibt Rock, Electronica und HipHop, neben
Experimental, ein Genre-Feature über Folk/Acoustic mit
u.a. "Spokane", "The Handsome Family", Video
und Radio-Features sowie gesamte Album-Streams. Auch hier könnt
Ihr euch über einen Newsletter stets auf dem Laufenden
halten und freie MP3´s downloaden.
Was sonst noch....
Falls ihr immer noch weiter im Netz nach Musik sucht, darüber
lesen, diese hören, oder mit anderen darüber diskutieren
wollt, so könnt ihr natürlich auch auf die mittlerweile
sehr umfangreichen Websites der Printmedien schauen. Das kostenlose
Intro-Magazin hat sich unter www.intro.de
sehr gemausert und bietet gleich einen Shop mit an, unter Log-Intro
gibt´s den Club für "Insider", ihr könnt
dort tolle Sachen gewinnen und die Artikel bereits vor der Heftausgabe,
meist in ausführlicherer Form lesen, oder sogar hören.
Auch die geschätzte Spex - www.spex.de - hat sich gerade
ein neues Kostüm angezogen, welches ihr nicht schlecht
steht, und im Forum kann es schon mal sein, dass ihr auf Pepe
fame of "Los Kunka Boys" trefft, wenn er grad in Spanien
abhängt. Ihr könnt dort aber auch eure Begeisterung
respektive Entsetzen über das neue "Blumfeld"-Album
zum Ausdruck bringen.
De:bug, das Magazin für elektronische Musik und Lebensaspekte
www.de-bug.de ist mittlerweile in seiner v.3.0b Version von
eher puristischem Outfit und wie der Untertitel schon sagt eben
eher für Elektronik-Freaks und (Hobby)-DJs und -ProducerInnen.
Dennoch ist es mir bei diesen Magazinen dann doch lieber, die
gedruckte Ausgabe am Sofa in Händen zu halten, aber nützlich
zur Suche nach bestimmten Themen sind diese Sites allemal, verfügen
sie doch alle über potente Suchmaschinen, und wer mag schon
seinen Stapel Zeitschriften durchforsten auf der Suche nach
dem ´00er Artikel über, sagen wir mal "múm",
deren Platte sie/er gerade im Laden entdeckt hat.
Falls ihr dann noch nicht genug habt mit Musikhören und
bei eurem Regional-Lieblingssender Radio Z (www.radio-z.net)
gerade nicht die Musik kommt, nach der es euch ist, so empfehle
ich noch einen kleinen Ausflug auf die Seite von www.dublab.com,
einem nichtkommerziellen, freien Internet-Radio aus Los Angeles,
die leider aufgrund Geldmangels das Programm einschränken
mussten und schon länger an einer neuen Website basteln,
die alte war schon klasse, also sind wir mal gespannt und stöbern
wir im Archiv, wo wir auf Sets von scape-Artists wie "Pole",
"Jan Jelinek" und "Burnt Friedman", oder
den fantastischen "Languis", "Safety Scissors",
"Mouse on Mars" und "Saul Williams" treffen.
Ein kleiner Chat sorgt stets für Kurzweil beim Surfen.
Bereits vor Dublab gab es das San Francisco/Berliner Projekt
Betalounge (www.betalounge.com)
mit Live-Stream, umfangreichem Konzertarchiv ("Sutekh",
"Matthew Herbert", "Si Begg", "Manitoba",
etc.pp), Chat, MP3-Download und mehr. Unter www.betalounge.de
findet ihr sogar die deutsche Ausgabe der Seite und ich empfehl
Euch mal in den Live-Mitschnitt des "Safety Scissors"-Konzerts
zu hören.
Sicher kann mensch beiden Internet-Radios eher eine elektronisch
orientierte Musikauswahl bescheinigen, von Downbeat über
Dub zu Hip Hop, House und Techno, aber sicher ist mensch sich
nie, entdeckt selbst!
Viel Spaß wünscht Stefan
Wagner
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