zeitung für den grossraum nürnberg - fürth - erlangen
 
Nr. 8             16. Juni 2001

INHALT

Regionales
Bewegung
Kommentiertes
Musik & Literatur
Mensch & Maschine
Veranstaltungen
Abonnieren



Suche:
 




 
Regionales
 
Bundeswehr wirbt mit Ausstellung um Verständnis: "Unser Heer"


7. antisemitischer Anschlag in Weiden innerhalb eines Jahres


Jugendlichne in Schwabach platzt der Kragen


Staatsanwalt: Augsburger Flugblatt gegen Sudetendeutsches Treffen ist Volksverhetzung


Scharfe Kritik von VelofreundInnen an städtischer Verkehrspolitik


Protest gegen NPD Infostand mit gerichtlichem Nachspiel


Keine Zone für die rechtsextreme Fränkische Aktionsfront


Amberg: Mit antisemitischen Thesen in den Landrat?


 
Bewegung
 
Die zweite Demo im Internet richtet sich gegen Abschiebegeschäfte der Lufthansa


Grenzcamp 2001:
Die inneren Grenzen im Visier - Abschiebeknoten Flughafen Frankfurt


Interview mit AkteuerInnen einer neuen Aktionsform in Italien


Verteidigung von RZ-Angeklagten kritisiert Verschleppung des Prozesses




Kommentiertes
 
Zum neuen Einwanderungsgesetz


2. Diskussionsbeitrag zu "Homophobie in der Linken"


Asyl und Eierhaltung


Wolfgang Schlicht über die Ereignisse aus 30 Tagen



  
Musik & Literatur
 
Rassismus in der Kinderliteratur: Spurensuche am Beispiel Afrikas


Rechte Tendenzen in der Popmusik


Subaudio und andere Internet- Musikmagazine


Kunstkeller O 27 wird Treffpunkt für die Musikszene


Freudschüler Otto Gross
-
"Der Almanach für Einzelgänger"


Vom Anteil der Dummen an der Gesellschaft
-
Enzyklopädie der Dummheit




 
 
Menschen & Maschinen
 
Ausstellung über den Umgang mit behinderten Menschen und den Begriff der Normalität


Internationales Forum für Theater der Bilder, Figuren und Objekte


Versuche auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz im Internet



 
Veranstaltungen
 

Regionales

 

Radeln in Nürnberg

ein gefährliches Unterfangen

Seit Jahren stagniert laut Verkehrszählungen an den großen Ausfallstraßen und an den den Ringen der Radverkehr in Nürnberg. Und das, obwohl die Rohölpreise ständig steigen, die CO2-Emissionsverringerung und ein Radverkehranteil von 30% (in Nürnberg z.Zt. 12 %) staatlich postuliert wird und Autofahren in Großstädten wie etwa Nürnberg nicht mehr als adäquat angesehen werden kann. Bei der Suche nach den Gründen der Verringerung der RadlerInnenzahl stößt mensch auf die seit Jahren vernachlässigte Radwegesituation.

In der Stadtplanung blieb zwar die absolute Etatsumme für den Bau und die Instandhaltung dieser Trassen auch nach den Veränderungen der Mehrheiten im Stadtrat seit Jahren etwa gleich, doch investiert die Unions-Stadtratsmajorität vermehrt in den Abbau von "Schikanen des Automobilverkehrs", wodurch eine verhältnismäßige Verringerung des Veloceped-Etats entsteht. Einerseits werden Erschließungen von Naherhohlungsgebieten durch neue Radtrassen aufwendig gefeiert, andererseits klaffen an Verkehrsbrennpunkten in der Innenstadt gewaltige und zum Teil sehr gefährliche Lücken. Durch mangelnde Abgrenzung der verschiedenen VerkehrsteilnehmerInnen müssen große Umwege durch die Flickschusterei in Kauf genommen werden. Da RadlerInnen bei Unfällen (Anteil 6-7 % der Gesamtopfer in Nürnberg) meist schlimmer betroffen sind als AutofaherInnen, gilt die Benutzung des Velos in Nürnberg als sehr gefährlich.

Dieses Sicherheitsdefizit bzw. der Mangel an ungestörtem Fahrvergnügen lassen unter anderem den umweltfreundlichen Verkehr stagnieren. Hinzu kommen Prägungsfaktoren: Kinder lernen von Anfang an, sich an die Dominanz der Automobile zu gewöhnen, wodurch ein Selbstverständnis bzgl. dem Kfz, das in unserer Gesellschaft mehrere wichtige Funktionen innehat, geschaffen wird. Erschwert wird die Lage durch unzureichende Abstellmöglichkeiten mit mangelhaftem Diebstahlschutz für die Stahlrösser.

Sichtbar wird die Priorität des Autoverkehrs an folgenden Beispielen:
Seit Jahren gilt der Radweg entlang der Fürther Strasse durch seine Enge und vielen Kurven, hohen FußgängerInnenverkehr und die große Anzahl von Ausfahrten als gefahrenträchtiger Brennpunkt im Radwegenetz. Eine bauliche Verbesserung dieses Zustandes ist nur bedingt möglich. Eine Kompromisslösung wäre die Aufhebung der Benutzungspflicht, was RadlerInnen die Möglichkeit eröffnen würde, auf die Strasse auszuweichen, um damit FussgängerInnen nicht zu gefährden. Dies wird von der Stadtratsmehrheit mit dem Hinweis auf die Behinderung des Kfz-Flusses abgelehnt.
Durch den Neubau auf dem Willy-Brand-Platz (Zentraler Omnibusbahnhof) soll entweder der Radweg komplett wegfallen oder über eine sehr schmale und mit einer engen 90°-Kurve versehenen Zu- und Abfahrt verlaufen.

Beim möglichen Bau der sog. Ostspange, d.h. der Anbindung des Flughafens an die A3 durch Ziegelstein , was an sich schon ein sehr fragwürdiges Unternehmen ist, würden aber auch Unterbrechungen im Radwegenetz entstehen, die in der derzeitigen Planung keine Kompensation finden.
Einen Gefahrenherd bildet auch der Radweg vor dem Hauptbahnhof. Durch die Umbauarbeiten gibt es nachvollziehbare Einschränkungen auf dem Vorplatz. Unbegreiflich bleibt aber, weshalb nicht eine Autospur zeitweilig gesperrt wird, um darauf den Rad- und Fußgängerbetrieb abzuwickeln, der z. Zt. dem alten Computerspiel "Frogger" sehr nahekommt.

Pedersen