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Regionales
Blaue Bohnen
Bundeswehr wirbt mit Ausstellung um Verständnis:
"Unser Heer"
Antisemitisches Weiden
7. antisemitischer Anschlag in Weiden innerhalb
eines Jahres
Nazis in die Schwabach
Jugendlichne in Schwabach platzt der Kragen
"Da helfen nur Musketen"
Staatsanwalt: Augsburger Flugblatt gegen
Sudetendeutsches Treffen ist Volksverhetzung
Radeln in Nürnberg
Scharfe Kritik von VelofreundInnen an städtischer
Verkehrspolitik
Prozess gegen Antifaschistin
Protest gegen NPD Infostand mit gerichtlichem
Nachspiel
Herzogenaurach:
Keine Zone für die rechtsextreme Fränkische
Aktionsfront
Geschichtsverständnis nach Oberpfälzer Art
Amberg: Mit antisemitischen Thesen in den
Landrat?
Bewegung
Lufthansa goes offline
Die zweite Demo im Internet richtet sich
gegen Abschiebegeschäfte der Lufthansa
Grenzcamp 2001:
Die inneren Grenzen im Visier - Abschiebeknoten
Flughafen Frankfurt
Es ist uns immer gelungen, unseren Arsch heil nach Hause zu bringen
Interview mit AkteuerInnen einer
neuen Aktionsform in Italien
Vorlesestunden in Sachen RZ richterlich angeordnet
Verteidigung von RZ-Angeklagten
kritisiert Verschleppung des Prozesses
Kommentiertes
Kommentar: Doch kein Einwanderungsland
Zum neuen Einwanderungsgesetz
UNSERE NACHRICHTEN ANS VOLK:
2. Diskussionsbeitrag zu "Homophobie
in der Linken"
Glosse:
Asyl und Eierhaltung
Monatsrückblick
Wolfgang Schlicht über die
Ereignisse aus 30 Tagen
Musik & Literatur
Neger", Mohren", Bimbos"
Rassismus in der Kinderliteratur:
Spurensuche am Beispiel Afrikas
Buch:Wie klingt die neue Mitte
Rechte Tendenzen in der Popmusik
Musik im WWW
Subaudio und andere Internet- Musikmagazine
Neues im subkulturellen Bereich
Kunstkeller O 27 wird Treffpunkt
für die Musikszene
Bücher...
Freudschüler Otto Gross
-
"Der Almanach für Einzelgänger"
..und noch mehr Bücher
Vom Anteil der Dummen an der Gesellschaft
-
Enzyklopädie der Dummheit
Menschen & Maschinen
Der (im)perfekte Mensch
Ausstellung über den Umgang
mit behinderten Menschen und den Begriff der Normalität
FigurenTheaterFestival
Internationales Forum für
Theater der Bilder, Figuren und Objekte
Das globale Gehirn
Versuche auf dem Gebiet der künstlichen
Intelligenz im Internet
Veranstaltungen
Der Zeittotschläger
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Regionales
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Geschichtsverständnis nach Oberpfälzer Art
Oder: Was amerikanische Bombenangriffe mit dem Holocaust
zu tun haben sollen
Die Stadt Weiden wurde bundesweit durch mittlerweile sieben
antisemitische Anschläge in nur knapp einem Jahr negativ
bekannt. Seitdem steht Weiden stellvertretend für provinziellen
Antisemitismus, dessen Nichtbeachtung und Verharmlosung durch
Lokalpolitik, Medien und Bevölkerung der Region.
Weiden - eine Ausnahmeerscheinung?
Wohl kaum. In anderen Städten der Oberpfalz wird lediglich
mehr vertuscht, gemauert, schön geredet und geschwiegen,
so beispielsweise in Amberg.
Während die Beleidigungen gegen den stellvertretenden Vorsitzenden
des Zentralrats der Juden in Deutschland Michel Friedmann durch
einen Ex-Republikaner-Stadtrat und Bundeswehrfreund in einer
Amberger Kaserne noch einen Funken Kritik auslöste, waren
die Reaktionen von Politik und Medien auf einen Farbbeutelanschlag
auf die Amberger Synagoge weitaus geringer. Oberbürgermeister
und diverse Mandatsträger versicherten sich gegenseitig,
Amberg sei nicht antisemitisch.
Kurz darauf reagierte auch der Vorsitzende der oberschlesischen
Landsmannschaft Walter Sattler. Bei der traditionellen Barbaraversammlung
verkündete er, die Vertreibung der Sudeten und Schlesier
sei der größte Holocaust und durch nichts an Grausamkeit
zu überbieten gewesen. Das linke Bündnis der Region
zeigte Sattler daraufhin wegen Volksverhetzung aufgrund der
Verharmlosung von NS-Verbrechen an. (Vgl. Raumzeit 4) Sattler
sprach in einer ersten Reaktion von Ehrabschneidung. Während
Amberger BürgerInnen seit Jahren leidenschaftliche Leserbriefe
zu einer großen Bandbreite unwesentlicher Themen schreiben,
blieb nun jegliche Reaktion aus. Eine kritisch-liberale Öffentlichkeit
existiert in Amberg de facto nicht.
Konsens in Sachen Revanchismus
Seitdem sind mehr als fünf Monate vergangen. Die Staatsanwaltschaft
Amberg gab nun bekannt, die Beweisaufnahme sei abgeschlossen.
Die Rechtsanwaltskanzlei Lowack und Lowack, Sattlers Rechtsbeistand,
ging bei ihrer öffentlichen Stellungnahme nicht auf Sattlers
Aussage, den eigentlichen Gegenstand der Anzeige, ein. Statt
dessen stellte sie weitere antisemitische und revanchistische
Thesen auf. Der Holocaust sei kein nur auf den Judenmord bezogener
Begriff, sondern auch auf andere Genozide anzuwenden. Die Tatsache
der weltweiten Holocaustmahnmale und Gedenkstätten dürfe
darüber nicht hinwegtäuschen. Als sogenannten Beweis
führten sie die Bücher von Norman G. Finkelstein an.
Auch sei nicht der Holocaust an den Juden das größte
Verbrechen der Menschheit, sondern die Brandbomben-Angriffe
der Amerikaner auf deutsche Städte im zweiten Weltkrieg.
Nach Ansicht des linken Bündnisses erfüllen auch diese
Äußerungen den Tatbestand der Volksverhetzung (§
130/3StGB). Über eine Anzeige gegen die Rechtsanwälte
wird nachgedacht.
Deutsche Geldbeutel
Weiterhin gehen Sattlers Anwälte davon aus, dass das Verfahren
eingestellt wird - eine durchaus realistische Einschätzung,
betrachtet man die Amberger Justitz und die Tatsache, dass ein
ausgewiesener Antisemit als möglicher Landratskandidat
der CSU gehandelt wird. Der Rechtsanwalt Hermann Fellner war
1983-1990 für die CSU im Bundestag. Als innenpolitischer
Sprecher der CSU-Landesgruppe äußerte er Mitte der
80er Jahre in einer Rede zum Thema Entschädigung: Immer
wenn in deutschen Geldbeuteln das Geld klimpert, melden sich
die Juden zu Wort. für den Verfasser des Dossiers
in der Jungle World Zeichen eines Paradigmenwechsels
hin zu einem aggressiveren Antisemitismus in der Entschädigungsdiskussion.
Damals verursachte diese Äußerung einen mittleren
Skandal. Mitglieder der Opposition forderten Fellners Rücktritt.
Bei der aktuellen Diskussion um die LandratskandidatInnen wird
Fellners antisemitische Vergangenheit und Gegenwart hingegen
nicht beleuchtet. Der amtierende Landrat Hans Wagner (CSU) sieht
in ihm sogar den bestqualifizierten Nachfolger für den
Landkreis Amberg-Sulzbach.
Markus Bayer
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