zeitung für den grossraum nürnberg - fürth - erlangen
 
Nr. 9       14 Juni 2001

INHALT

Editorial
Hintergrund
Gipfelstürme
Braune Flecken
Staat & Heer
Regionales
Streifzüge
Veranstaltungen
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Editorial
 
Entschuldigung Kaninchen



 
Hintergrund
 
Manfred Pirner über die Geschichte Perus zwischen Regierungsterror und Guerillakrieg


Wolfgang Schlicht kommentiert:
Die NATO-Politik in Mazedonien, der Umgang mit GipfelgegnerInnen und bundesdeutsche Korruption


Von künstlicher Intelligenz träumen Wissenschaftler und Scharlatane


Rassismus in der Kinderliteratur (Teil 2)



 

Gipfelstürme
 

Raumzeit-Special: Von Göteborg nach Genua

Diskussion: Hängt die Anti-Globalisierungsbewegung im theorielosen Raum?


Recherche: Leichensäcke für tote Gipfel-Gegnerinnen waren erfunden


Kommentar: Göteborg und Genua - Europa zeigt sein Gesicht



 
Braune Flecken
 
Interview: Rechtsradikale Burschenschaften in Erlangen, na sowas...


Frauenaurach will ein NS-Idol im Strassennamen behalten


Friedrich-Ebert-Stiftung dokumentiert Nazi-Umtriebe



 
Staat & Heer
 
Bundeswehrausstellung I:
"Unser Heer" warb in Erlangen. Für Nebengeräusche sorgten KriegsgegnerInnen



Bundeswehrausstellung II:
Tobias Pflüger (Informationsstelle Militarisierung) über den Weg zur bundesdeutschen Angriffsarmee



Aufruf zum Camp gegen den Frankfurter Abschiebeflughafen


Über die Verschärfung der Einwanderungsdebatte text


Ideologiekritik:
Nürnberg, Stadt der Menschenrechte?




 
Regionales
 
Ein Kulturzentrum soll schöner werden: Wird dem Schlachthof "kreuzbrave Normalkultur" verordnet?


Linker Betriebsrat bei Semikron im Kreuzfeuer



 
Streifzüge
 
Evi Herzings Gesprächsfetzen: Geröstete Bratwürste, tote Musiker, eitle Weltbanken und mehr


Gehört Sexismus zur Rock- und Popmusik?


Zwei Computerspiele, die Lust auf Evolution machen



 
Veranstaltungen
 
Ausgewählte Veranstaltungen im Grossraum
Editorial

 

Editorial

In letzter Sekunde

Während diese Zeilen in fiebriger Eile geschrieben werden, zieht schon die Druckmaschine mit hämmernden Kolben Blatt für Blatt der neuen raumzeit in ihr Rollenwerk. Es ist ein verzweifelter Wettlauf mit der Zeit dieses Werk noch zu tun: das Notwendige zu verrichten, ein ursprünglich vorgesehenes Geleitwort, das eine scharfe Attacke auf die herrschenden Verhältnisse, den Imperialismus, die Unterdrückung und den ganzen Rest durch dieses Editorial zu ersetzen.

Der Arbeiter Horst Weber wischt sich immer wieder die öligen Hände an seinem Blaumann ab, so als müsse er jedes Mal an einem Makel teil haben, wenn er sich mit der Druckerschwärze befleckt. Missmutig verrichtet er, der sonst kein Werk scheut, seine Tätigkeit, spuckt aus und zieht sich die Kappe mit finstere Miene tiefer in die Stirn. Wir wissen, er weiß, denn er hat es uns ins Gesicht hinein gesagt und er hat es von seinem Onkel aus Königs Wusterhausen was das ist, das hier gedruckt wird und sich unter dem nichtssagenden Namen raumzeit tarnt. Und bald wird es jeder und jede wissen. Sie werden uns ins Gesicht spucken und unsere Zeitung in die Gosse treten. Warum haben wir uns nicht zu unserer Mitschuld bekannt und es von Anfang an eingestanden: Dass wir nichts geringeres sind als das Nachfolgeblatt der „Zeitung für den werktätigen Kaninchenzüchter in der SED“.

Nun ist es heraus, wir wollen Abbitte leisten: Wir entschuldigen uns, wir entschuldigen uns, wir entschuldigen uns...bei allen unschuldigen Kaninchen und für den Mauerbau.

Euere Raumzeit