Wenn wir unsere Stauseen nur a kloans bisserl aufgemacht
hätten ...
Folgende Tonbandaufzeichnung wurde der Raumzeit anonym zugespielt.
An ihrer Echtheit gibt es nach Auskunft von durch uns herangezogene
Experten keinen Zweifel. Über ihre Bedeutung ist sich die
Redaktion jedoch im Unklaren. Deshalb veröffentlichen wir
den Mitschnitt an dieser Stelle:
- Ja hallo, hier Bundeskanzler Stoiber.
- Nein, Herr Stoiber, ich bin der Kanzler. Der Gerhard Schröder
hier am Apparat.
- Was wolln's denn, wir haben doch die Wahl gewonnen.
- Hören Sie Herr Stoiber, kommen Sie wieder zur Vernunft.
Der Schily hat mich gerade angerufen. Der ist ziemlich sauer.
- Ach das. Wir haben uns doch schon entschuldigt.
- Aber die Begründung - erlauben sie wenn ich das sage -
ist doch ein ziemlicher Hammer.
- Finden Sie? Da muss ich sagen, das sehe ich anders.
- Also hören Sie mal Herr Stoiber. Dass sie ihn in Altötting
festnehmen lassen, weil er keinen Ausweis bei sich hat und ihn
nach einem Sprachtest über die bayerische Grenze abschieben
lassen, ist ja schon ein internationaler Skandal. Aber sich mit
der Begründung zu entschuldigen, man hätte ja nicht
gewusst, dass er aus Bayern ist, das schlägt doch dem Fass
den Boden aus.
- Muss er halt seinen Pass mitnehmen, dann passierts ihm net.
Oder sich besser integrier'n. Integration nehmen mir sehr wichtig.
- Herr Stoiber! Verstehen Sie die Dimension nicht? Es handelt
sich nicht nur um die Person Otto Schilys. Dass Sie einen Bundesbürger
aus Bayern abschieben lassen, das ist ein glatter Gesetzesbruch.
Wir hatten alle Mühe das unter dem Deckel zu halten.
- Ach I wo, mir hab'n schon ein entsprechendes Gesetz vorbereitet,
um des zu legalisieren.
- Aber das können Sie doch nicht machen. Das ist doch nicht
Ländersache.
- Wie, 'kann ich nicht machen'? Wer ist denn Bundeskanzler?
- Ja also, Sie sicher nicht!!
- Aber Freilich. Grad wird doch des Schild an meine Tür
hingnagelt: Bundeskanzler Stoiber.
- Lieber Herr Stoiber. Ich verstehe ja, dass Sie noch etwas durcheinander
sind. So knapp an der Mehrheit vorbei.... Aber die Bürger
haben nun mal anders gestimmt. So ist eben die Demokratie.
- Wissen's Herr Schröder. Bei uns in Bayern geht man net
so nach der Demokratie sondern eher nach dem G'fühl. Und
unser Gefühl sagt uns, dass die Deutschen unserer Kompetenz
vertrauen. Des reicht uns. Wissen's eigentlich wieviel Stauseen
mir hab'n in Bayern.
- Was hat das denn damit zu tun?
- Die Idee hat der Alois g'habt. Und er hatte auch schon alles
vorbereitet. Wenn mir unsre Stauseen nämlich nur a kloans
bisserl aufgemacht hätten, was meinen Sie wie viel Prozent
dann in Bayern die CSU gehabt hätt, und wer dann die
Mehrheit hätte: Im ZDF und im ARD.
- Sie dürfen doch nicht glauben, dass Wahlen von medienträchtigen
Fernsehbildern entschieden werden. Die Sorgen der Bürger
waren ausschlaggebend, das ist meine Überzeugung. Dazu gehört
vielleicht auch das schreckliche Hochwasser. Aber es war auch
die Arbeitslosigkeit und der drohende Krieg. Wissen Sie überhaupt
was Sie da anrichten hätten können, mit ihrer ursprünglichen
Position, die Amerikaner bei ihrem wahnsinnigen Feldzug zu unterstützen.
- Ach, über den Krieg können wir ja später noch
reden.
- Kurze Stille - Natürlich.
- Außerdem hat meine Frau Vorsorge getroffen und Heizöl
für gleich zwei Winter bestellt, zum Preis vom 23. September
2002. Und nun muss ich sie leider bitten mich zu entschuldigen.
Die Amtsgeschäfte, sie wissen schon. Ich habe ein wichtiges
Gespräch mit Tschortsch Dabbeljuh für diese Uhrzeit
vereinbart. Ich kann es ihnen ja verraten. Die bayerischen Behörden
haben nämlich wichtige Anhaltspunkte darüber, wo die
Fäden von El Qaida zusammenlaufen. Auf Wiedersehen Herr Schröder.
Man hört ein Klicken ... Dann kurze Stille ... Nun wieder
Wählgeräusche...
- Hello George!
- Hello Edmund, how are you?
- Very well, George. Before we come to very important things,
i would have an appeal ...knister ... not to bomb the Brandenburger
Tor. You know, its just renovated and ..... knister ...
knister
An dieser Stelle bricht die Tonbandaufzeichnung leider ab. Falls
irgendjemand die Bedeutung des Gehörten zu interpretieren
weiß. Bitte dringend bei der Redaktion melden.
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