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Nr. 17             Oktober 2002

 
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Auge um Auge

In Nürnberg startet ein neues Pilotprojekt in Sachen Videokameras

"Ausreisezentren" für Flüchtlinge

Ein neuer Baustein in der Abschreckungs- politik

"... jede nach ihrer Façon?"

Eine Podiumsdiskussion zum Streit um das Kopftuch

Neue Deutsche Welle von der Maas bis an den Belt

Studenten-verbindungen: akademische Vertreter der Rechten




 
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Werte entwickeln - Werte sichern - Werte steigern

Erlanger BürgerInnen wehren sich gegen Einzelhandels- und Bürozentrum

Den Kopf auf dem silbernen Tablett präsentiert

Gerichtsstreit um die Kündigung eines Betriebsrats: Wegen Diebstahl oder wegen Standhaftigkeit entlassen?

"Was sie dem Herrn Christo zum Schmach gethan haben ..."

Wie in Unterfranken die Legende eines jüdischen Ritualmords entstand




 
Buchkritik
 

... nationale Lügen und Mythen zu korrigieren

Drago Jancars Erzählungen aus der jugoslawischen Geschichte vom Mittelalter bis zur Tito-epoche

Inter Nationalismus

Eine Einführung in die Ideengeschichte des Internationalismus

Bunte Seiten der alternativen Medien

Ein Nachschlagwerk über selbstverwaltete Betriebe, soziale Projekte und politische Initiativen

Ästhetische Mobilmachungl

Sammelband über die abgestandenen Versuche des Tabubruchs in der Neonazi-Subkultur




 
Musik und Theater
 

The good and the bad...

Tine Plesch mit Tipps und Infos aus der Welt der subversiven Kultur

Enklave der behinderten, revolutionären AnarchistInnen

Theaterstück

die vier Regeln des Michael Hurley

und ein Todestag




 
Glosse
 

Bundeskanzler Stoiber

Fast hätten wir gewonnen! "Wenn wir nur unsere Stauseen a kloans bisserl aufgemacht hätten"

Glosse
 

„Wenn wir unsere Stauseen nur a kloans bisserl aufgemacht hätten ...“

Folgende Tonbandaufzeichnung wurde der Raumzeit anonym zugespielt. An ihrer Echtheit gibt es nach Auskunft von durch uns herangezogene Experten keinen Zweifel. Über ihre Bedeutung ist sich die Redaktion jedoch im Unklaren. Deshalb veröffentlichen wir den Mitschnitt an dieser Stelle:

 

- Ja hallo, hier Bundeskanzler Stoiber.

- Nein, Herr Stoiber, ich bin der Kanzler. Der Gerhard Schröder hier am Apparat.

- Was wolln's denn, wir haben doch die Wahl gewonnen.

- Hören Sie Herr Stoiber, kommen Sie wieder zur Vernunft. Der Schily hat mich gerade angerufen. Der ist ziemlich sauer.

- Ach das. Wir haben uns doch schon entschuldigt.

- Aber die Begründung - erlauben sie wenn ich das sage - ist doch ein ziemlicher Hammer.

- Finden Sie? Da muss ich sagen, das sehe ich anders.

- Also hören Sie mal Herr Stoiber. Dass sie ihn in Altötting festnehmen lassen, weil er keinen Ausweis bei sich hat und ihn nach einem Sprachtest über die bayerische Grenze abschieben lassen, ist ja schon ein internationaler Skandal. Aber sich mit der Begründung zu entschuldigen, man hätte ja nicht gewusst, dass er aus Bayern ist, das schlägt doch dem Fass den Boden aus.

- Muss er halt seinen Pass mitnehmen, dann passierts ihm net. Oder sich besser integrier'n. Integration nehmen mir sehr wichtig.

- Herr Stoiber! Verstehen Sie die Dimension nicht? Es handelt sich nicht nur um die Person Otto Schilys. Dass Sie einen Bundesbürger aus Bayern abschieben lassen, das ist ein glatter Gesetzesbruch. Wir hatten alle Mühe das unter dem Deckel zu halten.

- Ach I wo, mir hab'n schon ein entsprechendes Gesetz vorbereitet, um des zu legalisieren.

- Aber das können Sie doch nicht machen. Das ist doch nicht Ländersache.

- Wie, 'kann ich nicht machen'? Wer ist denn Bundeskanzler?

- Ja also, Sie sicher nicht!!

- Aber Freilich. Grad wird doch des Schild an meine Tür hingnagelt: Bundeskanzler Stoiber.

- Lieber Herr Stoiber. Ich verstehe ja, dass Sie noch etwas durcheinander sind. So knapp an der Mehrheit vorbei.... Aber die Bürger haben nun mal anders gestimmt. So ist eben die Demokratie.

- Wissen's Herr Schröder. Bei uns in Bayern geht man net so nach der Demokratie sondern eher nach dem G'fühl. Und unser Gefühl sagt uns, dass die Deutschen unserer Kompetenz vertrauen. Des reicht uns. Wissen's eigentlich wieviel Stauseen mir hab'n in Bayern.

- Was hat das denn damit zu tun?

- Die Idee hat der Alois g'habt. Und er hatte auch schon alles vorbereitet. Wenn mir unsre Stauseen nämlich nur a kloans bisserl aufgemacht hätten, was meinen Sie wie viel Prozent dann in Bayern die CSU gehabt hätt’, und wer dann die Mehrheit hätte: Im ZDF und im ARD.

- Sie dürfen doch nicht glauben, dass Wahlen von medienträchtigen Fernsehbildern entschieden werden. Die Sorgen der Bürger waren ausschlaggebend, das ist meine Überzeugung. Dazu gehört vielleicht auch das schreckliche Hochwasser. Aber es war auch die Arbeitslosigkeit und der drohende Krieg. Wissen Sie überhaupt was Sie da anrichten hätten können, mit ihrer ursprünglichen Position, die Amerikaner bei ihrem wahnsinnigen Feldzug zu unterstützen.

- Ach, über den Krieg können wir ja später noch reden.

- Kurze Stille - Natürlich.

- Außerdem hat meine Frau Vorsorge getroffen und Heizöl für gleich zwei Winter bestellt, zum Preis vom 23. September 2002. Und nun muss ich sie leider bitten mich zu entschuldigen. Die Amtsgeschäfte, sie wissen schon. Ich habe ein wichtiges Gespräch mit Tschortsch Dabbeljuh für diese Uhrzeit vereinbart. Ich kann es ihnen ja verraten. Die bayerischen Behörden haben nämlich wichtige Anhaltspunkte darüber, wo die Fäden von El Qaida zusammenlaufen. Auf Wiedersehen Herr Schröder.

Man hört ein Klicken ... Dann kurze Stille ... Nun wieder Wählgeräusche...

- Hello George!

- Hello Edmund, how are you?

- Very well, George. Before we come to very important things, i would have an appeal ...knister ... not to bomb the Brandenburger Tor. You know, its just renovated and ..... knister ... knister

An dieser Stelle bricht die Tonbandaufzeichnung leider ab. Falls irgendjemand die Bedeutung des Gehörten zu interpretieren weiß. Bitte dringend bei der Redaktion melden.