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Die Universalsprache Esperanto - ein Interview
mit Hedwig Regnart-Laufer
Gute
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Ein Skin und eine Gegnerin des Glatzentums
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«Wer
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Interview mit einem israelischen linken zur aktuellen
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Kommentar zu den Wahlen in Jugoslawien
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Gegen Faschismus und deutsche Besatzung - die
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Musik&Literatur
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Rechte Tendenzen in der Dark-Wave Szene
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Wookie ist 2Step Protagonist der ersten Stunde
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Preis für Verstöße gegen die Privatsphäre
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Buch: Janko Röttgers erklärt
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Musik&Literatur
GRAUZONE
Ein kurzer Abriss über rechte Tendenzen in der Dark Wave - Szene
Teil 1: Die Schreiberlinge
Ja, ja! Dass die sogenannte «schwarze Szene» rechts ist,
wissen wir schon lange - spätestens aber seit dem Amoklauf zweier
Schüler im amerikanischen Littleton, die ja nebenbei auch noch mit
Naziparolen um sich geworfen haben. Und ein Schuldiger war auch schnell
gefunden: in diesem Fall KMFDM eine amerikanisch-deutsche Elektroband.
Peng!!! Weiter hätte man gar nicht am Ziel vorbeischießen können.
Das störte die Medien kaum. Endlich - nachdem mit dem Vorwurf, die
Gothic´s wären katzenschlachtende SatanistInnen, niemand außer
ein paar Dorfpfarrern mehr aus dem Häuschen zu locken war, hatte die
Medienlandschaft wieder ein neues Stigma für die unbekannten Wesen
bereit. Traurig nur, dass sich auch ein großer Teil der linken Medien
nicht gerade objektiv mit dem Thema auseinander setzte. Vor euch liegt
der Versuch, Abhilfe zu schaffen.
Zuerst einmal: die «schwarze Szene» gibt es nicht.
Schon die Entstehungsgeschichten der damit gemeinten Musik- und Jugendbewegungen
wie Gothic, Darkwave, EBM, Industrial oder Neofolk sind so unterschiedlich,
dass die Involvierten das kalte Grauen überkommt, wenn sie wieder
einmal in einen Topf geworfen werden. Sicher ist, dass das Gros der Anhänger
und auch der Künstler der genannten Stilrichtungen entweder «unpolitisch»
ist oder progressives, emanzipatorisches Gedankengut vertritt. Ein vernichtendes
Urteil über die «Szene» ist deshalb genauso unangebracht
wie ein genereller Freispruch von rechten Tendenzen. Denn in den letzten
Jahren sind Tatsachen bekannt geworden, die man nicht ganz unter den Tisch
fallen lassen sollte.
Rechter Kulturkampf
Eine unbestreitbarer Fakt ist, dass die «neue» Rechte seit
Anfang der 90er Jahre versucht, unpolitische Zusammenhänge zu unterwandern.
Den Startschuss dazu lieferte Jürgen Hatzenbichler (österr. Neonazi
und «Junge Freiheit»-Redakteur) in dem rechtskonservativen
«Nation & Europa» mit seinem Artikel «Pardon, ich
höre Popmusik». Hier schwadroniert er über eine rechte
«Gegenkultur (...), die allgemein akzeptiert ist und über ihre
Form und Inhalte Einfluss nimmt.» Er ruft auf zu einem «Angriff»
auf das «Feld von Kunst und Kultur». Weitergesponnen werden
seine Gedanken vom Stipendiaten der Konrad-Adenauer-Stiftung, Roland Bubik,
in der «Jungen Freiheit». Unter der Überschrift «Die
Kultur als Machtfrage» sucht er nach Anknüpfungspunkten für
«Reaktionäre Ästhetik und Konservative Revolution»
und wird damit in der «Tekkno-Szene», «verschiedenen
Independent-Szenen» und dem «Neo Folk» fündig. Nachdem
die Techno`s nichts von seinem Geschwafel wissen wollen, verstärken
Bubik und die «Junge Freiheit» ihre Infiltrationsversuche in
Richtung der Gothic- und Neofolk- Szene. 1994 veranstaltete die «Junge
Freiheit» einen Nachwuchswettbewerb für AutorInnen und kürte
eine Gothicfanzine-Schreiberin zur Gewinnerin, die seitdem über Szenethemen
in der JF schreibt und zur engsten Mitarbeiterin von Bubik wird. Zeitgleich
kann Peter Boßdorf, zuvor bei den «Republikanern» und
dem «Thule-Seminar» aktiv, im Musikmagazin «Zillo»
plaziert werden, welches außerdem einige JF-Anzeigen schaltet. Erst
ein Jahr später distanziert sich die Wettbewerbsgewinnerin von der
JF und warnt den Chefredakteur des «Zillo», Easy Ettler, vor
einer Unterwanderung durch rechte Kulturkämpfer. Ettler druckt ihren
Brief jedoch nicht ab, weil er «Gras über die Sache wachsen»
lassen wolle. Peter Boßdorf wird erst nach dem Tod Ettlers im Frühjahr
1997 entlassen. Doch auch nach dem Scheitern der ersten JF-Offensive hat
das Interesse der «neuen» Rechten bzw. Nazis keineswegs nachgelassen.
Das NPD-Zentralorgan «Deutsche Stimme» lobt Festivals wie das
«Wave-Gotik-Treffen» mit den Worten «die europäische
Kulturveranstaltung der weißen Jugend», zeigt Interesse an
«neuvölkischer Musik» (Neofolk), hofiert rechte Fanzines
wie «Sigill» und vertreibt - ihren Vorstellungen entsprechende
- Musik über den «Deutsche Stimme-Versandhandel».
Szenekontakte und Unterwanderungstaktiken
Natürlich verpuffen all diese Anbiederungsversuche wie eine Blähung
im Wind, wenn sie nur in Publikationen geschehen, die in weitem Bogen an
der Zielgruppe vorbeischießen. Um all die Underwanderungstaktiken
in die Tat umsetzen zu können, ist die Rechte natürlich auf Szeneverbindungen
und Bands angewiesen, die das mehr oder weniger willentlich und offensichtlich
tun. Eine maßgebliche Rolle für diesen Ideologietransfer in
die Szene spielt der «Verlag & Agentur Werner Symanek»,
kurz: VAWS. Das Angebot des Verlages ähnelt im Wesentlichen dem, was
DVU-Chef Gerhard Frey über seine Zeitungen vertreibt. Neben revanchistischen
und rechtsextremen Videos, antisemitischen und verschwörungstheoretischen
Büchern («`Deutschland muss vernichtet werden`-die weltweit
angelegten Pläne zur endgültigen und totalen Vernichtung Deutschlands»)
vertreibt der VAWS die «Unabhängigen Nachrichten» der
rechtsextremen «Unabhängigen Freundeskreise» (UFK). Parallel
zu diesem offensichtlich faschistischen Material, versucht Werner Symanek
aber auch, in den verschiedensten Musiksparten Fuß zu fassen. In
Richtung Düstermusik geht ihm dabei Josef Maria Klumb alias «Jay
Kay» zur Hand. Klumb, der als Frontmann der Wave-Combo «Forthcoming
Fire» langjährige Szeneerfahrung gesammelt hat, verfügt
über gute Kontakte zu vielen Bands und weiß, was gefällt.
Während seiner Mitarbeit bei VAWS stellt Klumb verschiedene Sampler
zusammen, u.a. einen zu Ehren von Leni Riefenstahl (1996) und einen weiteren
als Hommage an den Nazi-Bildhauer Josef Thorak (1998). Zusätzlich
zu solchen Veröffentlichungen sind über den Versand auch «unpolitische»
und linke Bands erhältlich. Für Symanek ist dies eine willkommene
Gelegenheit, auch unwissende Kunden mit seiner Nazipropaganda zuzuschütten.
So erhielten mehrere Kunden neben der bestellten Ware Informationen über
die UFK. (Bezeichnenderweise wurde vor vier Wochen Anklage gegen den VAWS
und die «Unabhängigen Nachrichten» erhoben - wegen Volksverhetzung
und Leugnung des Holocausts in 19 Fällen...)
Von Musik-Zines zu Nazi-Blättern
Als ein anderes Sprachrohr der rechten Schwarzen hat sich das Dresdner
Zine «Sigill» seit 1993 in der Szene etabliert. Ist die Auswahl
der Bands anfangs noch recht breit, wendet man sich im Laufe der Jahre
zunehmend antisemitischen, rassistischen Bands und Themen zu. Mit der Ausgabe
Nr. 9 legt «Sigill» sich den Untertitel «Magazin für
die konservative Kulturavantgarde Europas» zu und baut gleichzeitig
die Kontakte ins rechtsextreme Lager aus. So schreibt Martin Schwarz in
«Sigill» und der NPD-Postille «Deutsche Stimme»
über die gleichen Themen, Klumb`s «Forthcoming Fire»-CD
«je suis» wird mit mit folgenden Worten abgefeiert: «die
Schwarze Sonne leuchtet über uns allen. Das Mysterium des Grals ist
greifbar nahe (...) Endlich etwas mehr Musik für den ,Aufbruch`.»
Wer sich selbst ein genaues Bild machen will, kann sich dazu auf der Homepage
des Nachfolgemagazins «Zinnober» unter www.zinnober.net
umsehen..... Seit Mitte der 90er Jahre liefern sich das «Sigill»
und das «Europakreuz» einen Wettkampf in der Radikalisierung
nach rechts. Auch das «Europakreuz» belässt es nun nicht
mehr bei den kleinen Hinweisen auf seine Ausrichtung - eindeutige neonazistische
Propaganda ist angesagt! In der Nr. 14 (04/96) druckt Herausgeber Marco
E. Thiel einen Songtext seines Projektes «Egoaedes» ab, der
doch einiges zum Selbstverständnis des Blattes aussagt: «Die
Seelen dieser Christen / Werden Nahrung meiner Lust / Sie waren nur Statisten
/ Ihre Vernichtung kein Verlust // Der warme Saft ewiger Kriege / Mit Schweiße
uns`rer Lust / Geführt zum endgült`gen Siege / Stolz füllt
nun uns`re Brust.» Die Berichte beschäftigen sich neben
den üblichen Verdächtigen (Death in June, Sol Invictus, Boyd
Rice/NON, Allerseelen, Turbund Sturmwerk, Strength through Joy) u.a. mit
«Liedermacher» Frank Rennicke, der auch den letzten NPD-Parteitag
in Passau musikalisch untermalt hat. Danksagungen gehen z.B. ans «Rock
Nord», ans «Nationale Infotelefon Hamburg» und den VAWS.
Im Veranstaltungskalender der Ausgabe 22 wird dann auch schon mal unverhohlen
zum NPD/JN-Aufmarsch in Leipzig aufgerufen. Die Anzeigen im Heft werben
wiederum für «Sigill», «Europa Vorn» und «Zündstoff»
(«erhältlich bei der NPD-Landesvertretung»). Und
auch die Literaturauswahl des angeschlossenen Mailorders lässt keine
Zweifel aufkommen: Hier findet man Bücher von Franz Schönhuber,
J.M. Le Pen, Jörg Haider und Julius Evola genauso wie das Video «Mein
Kampf - mit sehr vielen ästhetischen Bildern». Zusammenfassend
lässt sich sagen, dass sich sowohl «Sigill» als auch das
«Europakreuz» von anfänglichen Musik-Zines zu ausgesprochenen
Nazi-Blättern entwickelt haben.
Grufties gegen Rechts
Umso besser, dass sich mittlerweile ein paar Szeneangehörige aufgemacht
haben, diese Unterwanderungen zu durchleuchten und öffentlich zu machen.
Die «Grufties gegen Rechts Bremen» haben ihre Infobroschüre
«Die Geister, die ich rief...» mittlerweile in der dritten
Auflage draußen und widmen dem Thema 82 DIN A4-Seiten. Wer also ausführliche
Informationen über rechte Tendenzen in der Dark Wave - Szene sucht,
der kann die Broschüre für 6,50 DM in Briefmarken bestellen bei:
«Grufties gegen Rechts», Kulturzentrum Schlachthof, Findorffstr.
51, 28215 Bremen. Zusätzliches aktuelles Material aus der Debatte
gibt`s unter ihrer Homepage www.geister-bremen.de.
Fortsetzung folgt....
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