zeitung für den grossraum nürnberg - fürth - erlangen
 
Nr. 2             16.10.00
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Interview & Diskussion

Fratoj, al sun', libereco!Brüder zur Sonne, zur Freiheit!

Die Universalsprache Esperanto - ein Interview mit Hedwig Regnart-Laufer

Gute Skins, schlechte Skins?

Ein Skin und eine Gegnerin  des Glatzentums in der Diskussion

International

«Wer behält das Land?»

Interview mit einem israelischen linken zur aktuellen situation im Nahen Osten


Riots in Belgrad
Kommentar zu den Wahlen in Jugoslawien


Widerstand in ItalienTeil II
Gegen Faschismus und deutsche Besatzung - die ital. Partisanen, eine vielschichtige Bewegung


Prag war großartig, alles andere ist Quark
IWF-Gipfel - wie es wirklich war

Region
Nürnberger Kulturläden gerettet?
Sparrunde abgewehrt, Kürzungen in Vorbereitung!

Kündigungsgrund: Solidarisch und international
Premiere: Semikron entlässt Betriebsrat wegen Meinungsäusserung im Internet



Anzeichen von Rauschmittelkonsum
Erlangen gibt viel Geld aus für Becksteins Wettbewerb "Saubere Stadt"


Für das Recht auf Bewegungsfreiheit
JuristInnen-Netzwerk für Flüchtlinge


Kein Kies für die Schmuddelkinder
Kinderläden in der Krise


Linke Literaturmesse
Zum 5. Mal in Nürnberg: Die Linke Literaturmesse glänzt mit Veranstaltungen

Musik&Literatur

GRAUZONE

Rechte Tendenzen in der Dark-Wave Szene


Zwei Schritte vor, einen zurück?
Wookie ist 2Step Protagonist der ersten Stunde - und kann gut leben mit den Ungereimtheiten seiner Szene


Plattentips
Die besten Scheiben


Felixdas Konzert
Nachlese: Ein Antifa-konzert


KEIN SCHULTERKLOPFEN MEHR...
Buch: "Who the fuck is Alice"
Was man wissen muss um Alice Schwarzer vergessen zu können.

Bewegung

Camp geräumt, Küche beschlagnahmt

Widerstand gegen den Castor


Wir sind Verbrecher in eurem Staatund sind stolz auf unser
Ausstellung über widerständige Jugendkultur im 3. Reich


Linke unter sich
Eine Demokritische Nachbetrachtung 


Achtung, Kameramann!
Eine feministische Kritik an Sicherheitswahn und Überwachungsgesellschaft

Netzwelt

And the winner is ...

Preis für Verstöße gegen die Privatsphäre und den Datenschutz verliehen


Die Welt des MP3's
Buch: Janko Röttgers  erklärt die Welt der
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Glosse&Editorial

Editorial

Fch lsn


Leitkultur mit Leberkäs
Unser Glossenschreiber entdeckt seine Verantwortung für AusländerInnenintegration
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Erlangen: Anzeichen von Rauschmittelkonsum

Sauber!

Erlangen gibt viel Geld aus für einen Händedruck des bayerischen Innenministers. Für Becksteins Wettbewerb "Saubere Stadt" (siehe vorletzte Ausgabe) reichte die Stadt nun ihre Beiträge ein und hat bereits Vorarbeit geleistet. Fachfirmen für Graffitibeseitigung wurden getestet und mit großem Kostenaufwand Graffiti in Unterführungen und an Schulen entfernt. "Reinigung allein genügt nicht", empfiehlt die Verwaltung, man müsse die Flächen für Sprayer unattraktiv gestalten, zumal bereits wieder neue Graffiti auf den gereinigten Wänden aufgetaucht sind. Am besten man sperrt das Werkzeug weg: So wurde die Verkaufsstelle für Spraydosen im E-Werk geschlossen. Baumärkte wurden von der Stadt mit der Bitte angeschrieben, Spraydosen möglichst diebstahlsicher zu platzieren.

Prävention - Ahndung: zukünftig soll in jedem Fall Anzeige erstattet werden, um das "Unrechtsbewusstsein" zu wecken - bei Jugendlichen und Eltern. "Viele Jugendliche stritten bisher die Tat ab und wurden vom Elternhaus darin bestärkt", klagt das Rechtsamt und bietet pädagogische Hilfestellung an: den Jugendlichen werde geholfen, indem durch den Strafantrag Grenzen aufgezeigt werden und die Eltern würden aufmerksamer, dass ihre Lieben nicht noch weiter abrutschen. "Nicht selten findet die Polizei in diesen Gruppen Anzeichen für Rauschmittelkonsum".

Rauschgift - das könnte auch der Grund für die von der Polizei beklagte Respektlosigkeit der Sprayerszene sein: "Während früher ein gewisser Ehrenkodex galt, z.B. Sandstein zu meiden," so die Polizeiinspektion Erlangen-Stadt, "ist heute nichts mehr tabu."

Während bei Graffiti auf gekachelten Flächen nicht einmal Strafantrag gestellt werden kann, da es aufgrund der jetzigen Rechtslage keine Sachbeschädigung darstellt, hört bei Sandstein der Spaß endgültig auf. Ein besonderer Brennpunkt des Antigraffitiprojektes ist deshalb die historische Stadtmauer. Nach dem Wissenstand der Stadtverwaltung ist die Beseitigung der dortigen Parolen, z.B. von "Nie wieder Faschismus", besonders diffizil. Um hier die richtige Methode zu finden, wurde das Fachwissen der "Interdisziplinären Bausteinforschung der Universität Erlangen-Nürnberg, Prof. Koch" in Anspruch genommen. Die Beratungen dauern noch an.

Sicher ...

stehen nun NachtschwärmerInnen, die noch vor einiger Zeit am Wochenende in aller Frühe beim Bahnhofskiosk auftauchten und ihr "Zechgelage" im Bahnhof fortsetzten, vor verschlossener Tür. Der Kiosk öffnet nun erst um 8 Uhr und schließt um 21 Uhr. Jungendliche, die ihr Leergut zurückbringen, werden mit einen Sandwich belohnt. Dieses "konstruktive Verhalten" des Kioskbetreibers sei besonders hervorzuheben als positiver Ansatz für mehr Sicherheit am Bahnhof, betonen die SicherheitsstrategInnen der Bahn und des Rathauses.

Erweitert wurden die Dienstzeiten der Bahnschutzgesellschaft der Deutschen Bahn AG. Die dunkelblau uniformierten MitarbeiterInnen patrouillieren nun von Montag bis Donnerstag zwischen 19 bis 21 Uhr und sonst zwischen 18 bis 22 am Bahnhofsgelände und sollen in geschulter Weise den PassantInnen ein Gefühl von Sicherheit vermitteln.

Rundum sicher ...

können sich nun die 63% aller Erlanger Haushalte fühlen, die dieses Jahr bei einer Befragung "Ordnung und Sicherheit" als "sehr wichtig" einstuften. Die Stadt knüpfte Kontakt zur Universität und das Institut für Psychologie war bereit, eine Diplomarbeit zu diesem Thema zu vergeben. Die Diplomantin wird zunächst dem Amt für Statistik bei der Ausarbeitung der Fragen für die nächste Sicherheitsbefragung beistehen. Zwischen Ostern und Pfingsten 2001 sollen 2000 ErlangerInnen repräsentativ zu ihrem Sicherheitsgefühl befragt werden.

Inzwischen hat sich auch eine "Sicherheitsrunde Erlangen" etabliert. VertreterInnen der Polizei und aus verschiedenen Ämtern der Verwaltung sehen es als zentrale Aufgabe dieses "Fachgremiums", die Ergebnisse der oben erwähnten Sicherheitsbefragung zu analysieren. Danach sollen entsprechende Maßnahmen entwickelt und umgesetzt werden.

Außerdem will die "Sicherheitsrunde" künftig bei allen städtischen Entscheidungen "sicherheitsrelevanter Art" mitreden, "damit Sicherheitsaspekten eine größere Bedeutung beigemessen wird". Z. B. bei der Beleuchtung von Tiefgarage, Einbruchsicherheit und der Flächengestaltung hinsichtlich Graffiti.

(wm)