Jugendlicher mit Pistole bedroht
Prozess gegen Nazi-Skinhead vor dem Erlanger Amtsgericht
Am 29. Oktober wurde dem zum Tatzeitpunkt 19-jährigen Benjamin
B. aus Herzogenaurach der Prozess wegen BeleidSkinhigung
und Nötigung gemacht. Der Angeklagte, nach eigenen
Angaben Mitglied der eads Herzogenaurach und der NPD,
mit mehr oder weniger rechtem Gedankengut, gab zu,
am 12.5.01 einen nicht-rechten Jugendlichen in der Herzogenauracher
Innenstadt, zusammen mit dem stadtbekannten Neonazi Thommy Müller,
zunächst bespuckt, und danach mit einer mit CS-Gas-Patronen
gefüllten Schreckschusspistole auf den Kopf gezielt zu haben.
Auf Nachfrage des Richters, warum er dies denn getan habe, antwortete
der NPD-Aktivist, dies läge an der stark angespannten
Situation in Herzogenaurach zwischen linken und rechten Jugendlichen
und er habe wohl etwas überreagiert. Des weiteren
gab er an, vor dem Angriff bei Thommy Müller mit Waffen probiert
und geblödelt zu haben. Der angegriffene Jugendliche,
der auch als Nebenkläger auftrat, erläuterte, er habe
während des Angriffes Todesängste ausgestanden. Auch
wurde er schon im Vorfeld von dem Angeklagten mit dem Auto verfolgt.
Aufgrund seiner einschlägigen Vorstrafen forderte die Staatsanwältin,
Benjamin B. zu einer Woche Dauerarrest, 2.300 Mark Geldstrafe
und einem sozialen Trainingskurs zu verurteilen.
Diesem Antrag folgte schließlich auch der Richter, die Geldstrafe
muss der Nazi-Skin an den AusländerInnenbeirat der Stadt
Erlangen überweisen. Dazu summieren sich die Kosten des Verfahrens.
Auch das Plädoyer des Verteidigers von Benjamin B., Stefan
Böhmer, konnte kein anderes Urteil erwirken. Der Verteidiger
schloss mit der Bemerkung: Mir kommt es in Herzogenaurach
vor wie im Nahen Osten ständig folgt auf eine Aktion der
einen Seite eine Entgegnung der anderen:
MiB
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