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zeitung für den grossraum nürnberg - fürth - erlangen


Nr. 12             Dezember 2001

 
inhalt
 

Editorial
 
Afghanistan Special
 
Geschichte
 
Region
 
Meinung
&
Kommentar
 
Hintergrund
 
Pop & Literatur
 
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Afghanistan Special
 

Gegen Fundamentalismus und Krieg!

Bericht von Claudia Caspers Reise zu pakistanischen Flüchtlingslagern

RAWA: "Krieg mit wechselnden Namen und Slogans"

Interview am Rande der Konferenz der afghanischen Zivilgesellschaft in Bonn

Auf Eis gelegt

Über Asylanträge afghanischer Flüchtlinge wird vorerst nicht mehr entschieden




 
Geschichte
 

So werd lauter gold daraus

Nadja Bennewitz zur Geschichte weiblicher Kriminalität im mittelalterlichen Nürnberg

"Nicht aus Gewinnsucht oder Grausamkeit"

Straffreiheit oder milde Strafen für die TäterInnen des Erlanger Novemberpogroms - ein Rückblick auf den Prozess vor 50 Jahren




 
Region
 

Betriebsfrieden gestört?

Fristlose Kündigung für kritische Äusserungen zum 11. November

"Die Presse selbst ist frei"

...sagt die Polizei zum Stillhalten der Presse nach Naziattacke auf das Büro der Raumzeit

"Kein Frieden mit den Kriegsplanern"

Aktionen gegen Natokonferenz in München




 
Meinung
&
Kommentar
 

Monatsrückblick

Wolfgang Schlicht über Ethik und Moral in Afghanistan und in der Retorte

Spinning Left

Diskussion: Der Soziologe Rainer Rilling über Internetlust und -frust der Linken

... Bloß weil Du nicht paranoid bist, heißt das noch lange nicht, dass SIE nicht hinter Dir her sind ...

Antisemitische Verschwörungs-
theorien unter der Lupe...

Geschichte für alle: Erinnern als nationale Aufgabe

Überlegungen zur Eröffnung des "Dokuzentrums Reichsparteitags-
gelände" in Nürnberg

"Die Gnade der späten Geburt"

Ausstellungsrundgang im "Dokuzentrum Reichsparteitags-
gelände"




 
Hintergrund
 

"Illegalität" ist kein Schicksal

Papierlose organisieren sich in der Schweiz

Grup Yorum

"Wir verstehen uns nicht als MusikerInnen sondern als RevolutionärInnen..."
sagt die kurdische Formation Grup Yorum




 
Pop & Literatur
 

Zieht euch warm an, Leute, es ist ...

...Pop-Herbst. Pop und Rechtsextremismus - Pop und Feminismus

A New Morning, Changing Weather?

Ist die Repolitisierung der Popmusik hip oder Hype?

Ein tiefer Sog ins Dunkle

Christian Krachts Kafkaeske: "1979"

Frohes... Verbraucher.. FestTipps...

Katz&Goldt bei Carlson-Comics

Afghanistan Special

 

Auf Eis gelegt

Über Asylanträge afghanischer Flüchtlinge wird vorerst nicht mehr entschieden

Nur kurz währte für afghanische Flüchtlinge die Zeit, in der sie mit einem positiven Bescheid im Asylverfahren rechnen konnten. Doch nun nahm das Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge das Vorrücken der Nordallianz auf Taliban-Stellungen zum Anlass, AfghanInnen kein Asyl mehr zu gewähren bzw. die Entscheidung darüber auf ungewisse Zeit auszusetzen.

Erst Anfang Februar 2001 hatte das Bundesverwaltungsgericht seine bisherige Praxis geändert: Es erkannte die flächendeckende Verfolgung der Taliban gegenüber RegimegegnerInnen und anderen Personen, die sich ihren restriktiven Verhaltensmaßregeln nicht beugen wollen, als

relevant für die Anerkennung der Asylberechtigung an. Ein entscheidender Schritt, wie die Berliner Rechtsanwältin Renata Ebrahim, die viele AfghanInnen im Asylverfahren vertritt, betont: "Vorher hatte das Bundesamt, das für die Gewährung von Abschiebschutz zuständig ist, gesagt, eine politische Verfolgung, die ja nach unserer Rechtssprechung vom Staat ausgeht, gibt es in Afghanistan nicht, weil es keine staatliche Herrschaftsgewalt in Afghanistan gibt, sondern es ist Bürgerkrieg. Und damit wurden im Asylverfahren alle, egal aus welchen Gründen sie geflohen waren, abgelehnt."

Der einzige Grund, weshalb vor dieser Entscheidung jahrelang keine Abschiebungen nach Afghanistan mehr stattfanden, waren die fehlenden Flugverbindungen. Doch ein gesicherter Aufenthaltsstatus ist für afghanische Asylsuchende nun in weite Ferne gerückt. "Sie werden weiter im Ungewissen sein und ihre Aufenthaltsgestattung jedes halbe Jahr verlängert bekommen, aber es ist keine Zukunftsperspektive. Außerdem, ob es jemals ein positives Ende im Asylverfahren geben wird, hängt letztendlich davon ab, wie sich die Situation im Land darstellt", so Rechtsanwältin Ebrahim. Ob in Zukunft gerade frauenspezifische Fluchtgründe oder nichtstaatliche Verfolgung wieder anerkannt werden, beurteilt sie skeptisch: "Das Bundesamt entscheidet ja aufgrund der Auskünfte des Auswärtigen Amtes und auch anderer Berichte. Aber wenn Sie die Presse in den letzten Wochen verfolgt haben, es wird ja gezeigt, wie die Kinder mit den ersten elektrischen Eisenbahnen spielen... Doch von den Massakern, die dann auch gleichzeitig in Masar-i-Sharif und woanders erfolgt sind, davon spricht man kein Wort. Dass die jetzigen Verbündeten, denen man gerade zur Macht verhilft, vielleicht doch nicht solche Demokraten sind, die man auch möglicherweise dazu anhalten kann, Menschenrechte einzuhalten und den Menschen ein menschenwürdiges Dasein zu gewährleisten, das tritt im Hinblick der Interessen, die darauf gesetzt sind, in den Hintergrund."